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Abmahnung wegen einer Graphik
niemehrsharen
post Tue, 03 Nov 2015, 20:37
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Ein Kollege von mir wurde aktuell durch die Kanzlei Am Kreuztor, aus Münster abgemahnt. Er hatte eine private Homepage für seinen Jugendfußballverein seiner Kinder. Hier hat er anlässlich einer Weihnachtsfeier ein Bild von einem Weihnachtsmann von einer fremden Homepage kopiert und eingefügt. Er soll nun abhängig von der Zeit, die der Weihnachtsmann auf der HP verbrachte, 600,- und für die freundliche Hilfe des Anwalts nochmals 400,- zahlen. Natürlich ebenfalls die Unterlassungserklärung. Der Urheber behauptet, wenn der Homepage Besitzer diese Graphik verlinkt hätte, wäre der Spass kostenlos gewesen.

Nun meine Fragen, da ich zu lange aus der Materie raus bin:

1. Kann der Kollege überhaupt belangt werden, da er sich auf einer fremden Homepage bedient hatte und nicht wissen konnte, das er zur Bilderkiste verlinken musste?
2. Ist die Mod UE aus dem Filesharingbereich auch hier anzuwenden oder sollte man sich gar nicht darum kümmern?
3. Wäre auch hier ratsam das Ganze auszusitzen?

Gruß Niemehrsharen


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St.Heintsch
post Sun, 08 Nov 2015, 09:40
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1. Kann der Kollege überhaupt belangt werden, da er sich auf einer fremden Homepage bedient hatte und nicht wissen konnte, das er zur Bilderkiste verlinken musste?
Natürlich. Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. Nehme ich ein Bild von irgendeiner Seite (copy/paste) und verwende dieses für HP, Blog, Auktion eBay, dann ist durch das öffentliche Zugänglichmachen i.V.m. keiner Lizenz / Nennung des Fotografen bzw. Urhebers der Lichtbildverstoß begründet.

2. Ist die Mod UE aus dem Filesharingbereich auch hier anzuwenden oder sollte man sich gar nicht darum kümmern?
Nein. Dies ist im Einzelfall zu prüfen, das diese meist andere Ansprüche abdecken muss, als bei Filesharing und Forderungen enthält, die 'raus müssen.

3. Wäre auch hier ratsam das Ganze auszusitzen?
Nein. Der UrhR-Verstoß steht eindeutig fest. Bei einer Klage / EV hat man - keine - Chance, wenn man die Abmahnung ignoriert. In der Regel kann und wird durch die Nennung (Auskunftspflicht) der Zeit des öffentlichen Zugänglichmachen des Bildes der tatsächliche Schadensersatz (zusätzlich 100% Verletzeraufschlag wegen Nichtnennung des Fotografen) berechnet werden. Dabei könne durchaus mehr oder weniger als 600,- € herum kommen (eher mehr), je nach Auskunft deines Kollegen. Es sollte sowieso geprüft werden, ob die Forderungen so angemessen sind. Bei einem Verein und privater Homepage sollte man dann aber wieder vorsichtig sein, das kann dann schnell als gewerbsmäßig eingestuft werden!

VG Steffen
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